Bericht über die Tätigkeit des Historischen Vereins zu Frankfurt (Oder) e. V. für das Vereinsjahr 2018
 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Vereinsmitglieder!

Das vergangene Vereinsjahr war erneut durch eine kontinuierliche Vereinsarbeit geprägt. Als einer der ältesten der nach 1990 so zahlreich gegründeten Vereine in Frankfurt hat er in dieser Zeit eine solche Beachtung erlangt, dass die Äußerungen seiner Mitglieder in der öffentlichen Diskussion Gehör finden. Wie kaum ein anderer Verein lebt der Historische Verein von den Mitgliedern und für die Mitglieder.
Unser Verein, dem insgesamt bisher 68 Mitglieder beitraten, hat zurzeit 29 Mitglieder. Durch Tod verloren wir 2018 ein Mitglied. Unser Ehrenmitglied Herr OMR Dr. med. habil. Klaus Eichler – Mitglied seit September 1990 – verstarb am 19. Dezember vergangenen Jahres. Welchen Stellenwert unser Historischer Verein für Klaus Eichler hatte ist zu erahnen, wenn die Familie unseres verstorbenen Ehrenmitgliedes, statt Blumen und Kränze an seinem Grab, um eine Spende an den Verein bat. An seiner Beerdigung am 27. Dezember nahmen etliche Vereinsmitglieder teil. Herr Horst Voigt kondolierte im Namen des Vorstandes. Mit Herrn Dr. Klaus Eichler verloren wir eines unserer aktivsten Mitglieder.
Im letzten Vereinsjahr trat unserem Verein Herr Michael Hofmann als Mitglied bei. Mit seiner Aufnahme am 30. Oktober 2018 fand ein besonders an der Eisenbahngeschichte interessiertes Mitglied den Weg zum Historischen Verein.

Das Vereinsjahr, über das hier berichtet werden soll, begann mit der Jahreshauptversammlung am 30. Januar im Stadtarchiv. 33 Personen, darunter 16 Mitglieder nahmen daran teil. Im öffentlichen Teil hielt Herr Polizeihauptkommissar Ralf Sommer, Beelitz, einen Vortrag „Bedeutsam über Frankfurt hinaus – Zur Geschichte der Gewehr- und Patronenfabrik G. Teschner & Co, Wilhelm Collath“. Der Referent, der sich seit mehr als drei Jahren mit dieser weit über Deutschland hinaus bekannten Fabrik beschäftigte, stellte mit seinem reichhaltig bebilderten Vortrag pünktlich zum 180jährigen Jubiläum der Firma (25. Febr. 2018) seine Forschungsergebnisse vor. Dabei berührte er nicht nur die eigentliche Firmengeschichte, die mit dem am 17. Febr. 1818 in Lübbenau geborenen Johann Gottlieb Teschner begann und aufgrund der zahlreichen Patente der Inhaber sehr bedeutsam war, sondern berichtete auch über mittelbar mit der Firma in Verbindung stehende Institutionen wie die Staatliche Beschuss- Anstalt für Prüfung und Stempelung der Läufe und Verschlüsse von Handfeuerwaffen, die zuerst auf dem Fabrikgelände Crossenerstr. 18 war. Leider konnte der Vortrag bisher noch nicht in den Vereins- Mitteilungen veröffentlicht werden. Das Manuskript ist jedoch zugesagt.
Nach dem Vortrag folgte der nichtöffentliche Teil der Jahreshauptversammlung. Der Vorsitzende, Herr OA Ralf-Rüdiger Targiel verlas im Namen des Vorstandes den Rechenschaftsbericht (veröff. H. 1/2018), der mit 15 ja- Stimmen und einer Enthaltung angenommen wurde. Anschließend trug Schatzmeisterin Frau Dr. Vera Kliemann den Kassenbericht vor, Herrn Wolfgang Brisch als Kassenprüfer bestätigte daraufhin die satzungsgemäße Kassenführung. Beide Berichte wurden mit 16 Stimmen einstimmig angenommen. Zum Abschluss der Sitzung wurden die Vorhaben für das neue Vereinsjahr diskutiert.

Zu der am 27. Februar im Stadtarchiv durchgeführten und vom Stellv. Vereinsvorsitzenden Herrn Dr. Martin Schieck geleiteten öffentlichen Sitzung waren 19 Personen, darunter 11 Mitglieder anwesend. Auf dem Programm stand der Vortrag des russischen Historikers und Professors an der Akademie der Militärwissenschaften in Moskau, Herr Prof. Dr. Vladimir Vsevolodov, Krasnogorsk, „`Russische Tage` in Frankfurt an der Oder 1945-1949): Alltag im Spiegel von Dokumenten aus russischen Archiven“. Das Vereinsmitglied Herr Wolfgang Buwert verlas den am 6. November 2017 auf einer gemeinsam mit unserem Verein organisierten Tagung an der Europa- Universität Viadrina gehaltenen Vortrag, der zahlreiche bisher hier unbekannte Fakten enthielt. Anschließend schilderte Herr Buwert seine Kontakte zu Prof. Vsevolodov und erweiterte den Vortrag durch eigene Anmerkungen, Korrekturen und Ergänzungen. Beide Beiträge sind veröffentlicht in den Vereinsmitteilungen H. 2/2018, S. 2ff.

Die Märzsitzung fand am 27. im Stadtarchiv statt. 22 Personen, darunter 12 Mitglieder waren anwesend. Als erster sprach Herr Horst Voigt über den Berliner Bildhauer Professor Felix Kupsch (1883-1969). Im Rahmen seiner Vorträge über den die Stadt prägenden Architekten Martin Kießling stellte der Referent nach seinem Vortrag über Kurt Dittebrand mit Kupsch einen weiteren Künstler aus Kießlings Umfeld in Frankfurt vor. Der Architekt hatte 1922 Kupsch mit der Schaffung eines Großteiles der bauplastischen Teile seiner Bauten beauftragt. In seinem Vortrag (veröff. H. 1/2018, S. 29ff.) skizzierte Herr Voigt Leben und Werk von Felix Kupsch sowie seine Arbeiten für Frankfurt und – auch auf Grund der bei ihm vorhandenen Briefe von und an Martin Kießling – seine Verbindungen zum Architekten Kießling. Zum Abschluss präsentierte er eine von Felix Kupsch geschaffene Gipsbüste, die drei Töchter Kießling darstellend, die er aus Kießlings Nachlass erhalten hatte und die sich heute im Depot des Museums Viadrina befindet.
Danach sprach Herr Ralf-Rüdiger Targiel über den Hofrat Professor Johann Sigismund Gottfried Huth, der am 28. Februar vor 200 Jahren verstarb. Prof. Huth wurde 1789 an die Universität Frankfurt berufen und verblieb hier mehr als zehn Jahre. Unter anderem verdanken wir ihm den Begriff „Telephon“ (Vortrag siehe Mitteilungen H. 1/2018, S. 21ff).
Aus Zeitgründen wurde auf dieser Sitzung auf den Informationsteil verzichtet.

Am 24. April fand im Museum Viadrina die nächste Sitzung mit 29 Teilnehmern (darunter 13 Mitglieder) statt. Vereinsmitglied Lothar Meyer sprach im ersten Beitrag über „100 Jahre Datenverarbeitung unter besonderer Betrachtung der Entwicklung des Datenverarbeitungszentrums in Frankfurt (Oder)“. In einem ausführlichen Beitrag umriss er die Geschichte der maschinellen Verarbeitung von Daten bis ins digitale Zeitalter. Neben der technischen Entwicklung stand die Ansiedlung und Erweiterung des DVZ Frankfurt im Fokus der Referenten. Der Beitrag ist veröffentlicht im Mitteilungsheft 2/2018, S 27 ff. sowie einer Ergänzung demnächst in Heft 1/2019).
Unter den Gästen waren zahlreiche ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Frankfurter DVZ, die nicht nur mit großem Interesse den Ausführungen von Herrn Meyer folgten, sondern sich auch an der anschließenden regen Diskussion beteiligten.
Im zweiten Beitrag konnte Vereinsmitglied Herr Joachim Schneider den Anwesenden in seinem Beitrag über „Werder bei Frankfurt (Oder)“ so manche unbekannte Information zu einstmals vorhandenen und jetzigen Inseln und Halbinseln in der Oder geben. Sehr anschaulich waren die gezeigten Karten, die dazu eigens von ihm bearbeitet worden waren (veröff. Heft 2/2018, S. 37ff.)
Herr Bernhard Klemm berichtete insbesondere aus denkmalpflegerischer Sicht im Informationsteil zum Baugeschehen in der Gubener Str. 8/9. Herr Horst Voigt brachte in Ergänzung seines Referates aus der vorhergehenden Sitzung weitere interessante Details zum Bildhauer Kupsch.
Zum Abschluss der Sitzung präsentierte Frau Dr. Sonja Michaels vom Museum Viadrina einen vom Museum erworbenen Fayencekrug der Frankfurter Manufaktur von Carl Heinrich.

Die Sitzung am 29. Mai fand im Museum Viadrina statt. 20 Personen, darunter 11 Mitglieder waren anwesend. Im Hauptbeitrag referierte Vereinsmitglied Lothar Meyer über „Ein Jahrhundert Funktechnik in Frankfurt (Oder) – die spektakuläre Entwicklung vom analogen Betriebsfunk bis zum digitalen Bündel- und Mobilfunk in Frankfurt (Oder). In seinem sehr ausführlichen und mit vielen technischen Details versehenen Vortrag brachte der Referent dieses spezielle Thema den Anwesenden näher (erscheint gedruckt in Heft 1/2019 unserer Mitteilungen).
Anlässlich des 175. Todestages von Karl Heinrich Endell (1776-1843) sprach Dr. Martin Schieck über das Wirken des Frankfurter Oberbürgermeisters von 1810 bis 1816. Die historische Einordnung der Amtszeit Endells in die „Franzosenzeit“ bildete den Schwerpunkt seiner Ausführungen. Die Anwesenden bestaunten den silbernen, vergoldeten Deckelpokal, den die „dankbare Frankfurter Bürgerschaft“ ihrem 1816 aus dem Amt scheidenden Oberbürgermeister überreichte. Diesen Pokal konnte das Museum vor einigen Jahren auf einer Auktion ersteigern und wieder nach Frankfurt (Oder) zurückholen.
Im Informationsteil berichtete Herr Dr. Schieck über eine besondere Jagdwaffe der Frankfurter Gewehrfabrik Teschner & Co. Wilhelm Collath, Söhne, die kurzzeitig im Internet angeboten worden war. Die Besonderheit dieses Drillings besteht in einer aus Aluminiumguss hergestellten Basküle (enthält die Teile des Schlosses, nimmt das Laufbündel auf, verriegelt dieses und verbindet es mit dem Hinterschaft). Damit sollte die Waffe leichter werden und besser handhabbar gemacht werden.

Die ursprünglich für den 25. September geplante erste öffentliche Sitzung nach der Sommerpause musste aus terminlichen Gründen verschoben werden. Sie fand eine Woche später, am 2. Oktober statt. Dazu kamen 18 Personen (12 Mitglieder) in das Stadtarchiv. An diesem Vereinsabend sprach Herr Ralf- Rüdiger Targiel über die Stadt Frankfurt als Mitglied des alten hansischen Bundes und der Hanse der Neuzeit. In seinem Vortrag „Frankfurt in der alten und neuen Hanse“ ging es auch um die Frage, ab wann die Mitgliedschaft der Stadt im alten Hansebund als sicher anzusehen ist. Der Vortrag wird in Heft 1/2019 unserer Mitteilungen veröffentlicht. In seinem Vortrag sprach sich der Referent aus quellenkritischen Gründen gegen eine frühe Mitgliedschaft aus und sah Frankfurt in der frühen Zeit eher als Mittler zwischen dem hansischen und dem nicht-hansischen Wirtschaftsraum. Mit Sicherheit ist die Mitgliedschaft der Stadt ab 1430 anzusehen. Im zweiten Teil seines Vortrages sprach Herr Targiel (als einstiger Frankfurter Hansebotschafter) über die Mitgliedschaft der Stadt Frankfurt (Oder) in der „Neuen Hanse“ ab 1993. Es wurde ein Film über die Beteiligung der Stadt am Hansetag in Bergen / Norwegen 1996 gezeigt und an den 23. Internationalen Hansetag der Neuzeit in unserer Stadt im Jubiläumsjahr 2003 erinnert.
Dem Vortrag folgte der umfangreiche Informationsteil. Dabei stellte der Vorsitzende neue stadt- und landeshistorische Literatur vor (Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark, Berlin 2018, Veröff. des BLHA Potsdam Bd. 68 – mit diesem Band wurde das monumentale wissenschaftliche Ortslexikon-Projekt für Brandenburg abgeschlossen; weiter informierte er zu Frankfurt betreffende Beiträge im Jahrbuch für brandenburgische Landesgeschichte Bd. 68, Berlin 2017 sowie das Buch von Matthias Dieffenbach u.a.: Zwangsarbeit und Autobahn zwischen Frankfurt (Oder) und Poznań 1940-1945, 2017 vor. Anschließend berichtete er zum Stand des Umbaus der Bürgerschule zum neuen Stadtarchiv, stellte den neuen historischen Archivkalender für 2019 „Alt-Frankfurt a. O. aus der Luft“ vor und informierte über die bevorstehende Eröffnung des Coworking Space „Blok O“ im ehemaligen Kinderkaufhaus und dem dazu vom Stadtarchiv ausgeliehenen Bild von Gerhard Goßmann. Zum Abschluss zeigte Herr Targiel Fotografien einer Schmucktasse mit dem Bild des einstigen Wohnhauses des späteren Großadmiral Alfred von Tirpitz Halbe Stadt 11.
Auf der Sitzung konnte Vorstandsmitglied Horst Voigt das Heft 2/2018 unserer Mitteilungen ausgeben, womit so früh wie bisher noch nie beide Hefte eines Jahres vorlagen.

Da nach dieser Sitzung der Vortragsraum des Stadtarchivs für die Vorbereitung des Umzuges blockiert wurde, fanden alle Sitzungen ab dem 30. Oktober im Museum statt. Dieser Zustand wird bis zur Sommerpause unseres nächsten Vereinsjahres andauern.

Zur eigentlichen Oktobersitzung am 30.10. mit 24 Teilnehmern (darunter 10 Mitglieder) standen zwei Vorträge auf dem Programm. Als erster sprach Herr Jörg Lüderitz zum Thema „Vom Neumark- Vertriebenen zum  Frankfurter Bürger. Rückblicke auf die Zeit um 1945 sowie Erinnerungen an Frankfurt seit 1954“. Der sehr stark von seinen autobiografischen Erinnerungen geprägte Vortrag machte die Geschichte der Neumark und Frankfurts aus der sehr persönlichen Sicht des Referenten erlebbar. Einen Einblick in das Buch- und Verlagswesen lieferte Herr Lüderitz an Hand seiner Ausbildung und Tätigkeit als Buchhändler, u. a. in der Frankfurter Buchhandlung „Ulrich von Hutten“.
Vereinsmitglied Roland Semik brachte den Zuhörern die Tätigkeit von Vereinen in der einstigen Frankfurter Dammvorstadt und dem nach 1945 entstandenen Słubice näher. Erstaunt waren einige Anwesende über die Vielfalt der Vereinstätigkeit in Słubice und sowohl über deren Veränderungen als auch in der Kontinuität im Verlauf der geschichtlichen Entwicklung.
Im mittlerweile fast obligatorischen Informationsteil berichtete Herr Dr. Schieck wiederum von einem außergewöhnlichen Jagdgewehr der Frankfurt Gewehrfabrik. Ein großkalibriger Doppelbockdrilling war auf einer Münchener Auktion aufgetaucht. Neben dem außerordentlichen Kaliber war der äußere Schmuck, der nicht wie üblich bei hiesigen Jagdgewehren heimische Tiere wie Reh, Hirsch oder Wildschwein zeigt, sondern Tiger und Wasserbüffel darstellte, beeindruckend.
Die Sitzung schloss mit der Neuaufnahme von Herrn Michael Hofmann aus Frankfurt (Oder) ab.

Zur Sitzung am 27. November in der Gedenkstätte des Museums, Collegienstraße 10, kamen 13 Mitglieder und 4 Gäste. Als Hauptredner berichtete das Vereinsmitglied Herr Karl- Konrad Tschäpe über die von ihm geleitete Gedenk- und Dokumentationsstätte „Opfer politischer Gewaltherrschaft“ des Museums Viadrina. Herr Tschäpe stellte zu dem Thema der Verfolgung besonders in Frankfurt während der NS- Zeit, sowie Nachkriegs- und DDR-Zeit erschienene Literatur vor und berichtete vom Aufbau der Gedenkstätte sowie den Plänen zur eventuellen künftigen Ausgestaltung der Gedenkstätte (Unterbringung der Ausstellung in einer neuerbauten „Baracke“ im Hof der Gedenkstätte/Musikschule Collegienstraße 10.
Im Anschluss sprach Herr Ralf- Rüdiger Targiel über einen anonymen Brief, der das Stadtarchiv am 12. April 1990 erreichte. Mit diesem Brief informierte ein uns unbekannter Frankfurter ausführlich über die Lagersituation 1945. Nach seinen Ausführungen übergab Herr Targiel den Originalbrief als Dauerleihgabe an die Gedenkstätte.
Im Informationsteil stellte Herr Targiel neue regionalgeschichtliche Literatur vor (Ulrike Winkler: Eine Welt für sich – Leben und Arbeiten in der Wichern Diakonie Frankfurt (Oder); Hermann Kaiser: Reitwein – die schwere Zeit nach dem Krieg und das Leben in der DDR; Verbreitungsatlas und Situation der Amphibien und Reptilien des Seenlandes Oder-Spree). Anschließend berichtete Herr Targiel über den Fortschritt beim neuen Archiv-Bau, dessen Übergabe an das Stadtarchiv jetzt für Ende April 2019 geplant ist.
Zum Abschluss des Vereinsabends führte Herr Tschäpe durch die von ihm gestaltete, kurz zuvor neu eröffnete Ausstellung.

Der letzte Vereinsabend fand am 18. Dezember im Hauptgebäude des Museums statt. Vortrag, Ausstellungsbesuch und Jahresausklang bei Pfefferkuchen und Glühwein, so das Programm der Dezembersitzung, an der 13 Mitglieder und 12 Gäste teilgenommen haben. Am Beginn stand der Vortrag von Herrn Professor Dr.-Ing. Matthias Kröger, Technische Universität Bergakademie Freiberg unter dem Titel „Knack die Schale – nicht den Kern“. Neben Wissenswertem und Neuerungen im Zusammenhang mit dem Knacken von Nüssen stand die Forschung zu Macadamia- Nüssen bzw. zum Knacken derselben im Mittelpunkt der Ausführungen. Auf großes Interesse stieß der Prototyp der am Lehrstuhl von Prof. Kröger entwickelten Maschine, mit der Macadamia- Kerne beim Knacken fast immer ganz bleiben. Verschiedene Nussknacker, von denen so mancher den meisten unbekannt waren, konnten dann im Zusammenhang mit der Besichtigung der Weihnachtsausstellung des Museums ausprobiert werden. Bei Gesprächen, Pfefferkuchen und Glühwein klang der Abend aus.

Soweit zum eigentlichen Ablauf des Vereinsjahres.

Wie jedes Jahr möchte ich wieder allen Referenten im Namen des Vorstandes herzlich danken.

Danken möchte ich auch denjenigen, welche mit einer Spende unsere Vereinsfinanzen bereicherten. Insgesamt erhielten wir 220,00 € Spenden – so viel wie noch nie. Genannt werden sollen hier die Mitglieder Herr Udo Harttung, Herr Roland Semik, Herr Prof. Dr. Franz-Viktor Salomon- vom Stein sowie Herr J. Wagner und Herr Dr. Joachim Schmidt. Schon jetzt möchte ich der Familie Eichler für die uns schon erreichten Spenden zur Ehrung von Herrn OMR Dr. med. habil. Klaus Eichler danken, über die im nächsten Rechenschaftsbericht Auskunft gegeben wird. Weiteres zum Finanzhaushalt unseres Vereins, der mit einem Überschuss abgeschlossen wurde, ist dem Finanzbericht zu entnehmen.

Die Sitzungen wurden durch sieben Vorstandssitzungen vorbereitet. Für die intensive und anregende Zusammenarbeit im Vorstand und die gute Erledigung der übernommenen Aufgaben danke ich herzlich den Mitgliedern des Vorstandes, Frau Dr. Vera Kliemann (Schatzmeisterin), Herrn Dr. Martin Schick (Stellv. Vorsitz, Sitzungen im Museum), Herr Horst Voigt (Bibliothekar, auch zuständig für die Vereinsmitteilungen) sowie Herrn Bernhard Klemm (Schriftführer).

Für die Fertigung der Vereinsmitteilungen danke ich herzlich Herrn Eckardt Reiß und Herrn Wolfgang Buwert. Hervorheben möchte ich noch einmal, dass es so früh wie noch nie gelang, beide Hefte unserer Mitteilungen in den Händen zu halten.

Vielen Dank auch an Herrn Dr. Michael Eichler für die bewährte Betreuung unserer, weiterhin über den Provider 1 & 1 geführten Internetpräsentation. Im Berichtsjahr wurde sie, bis auf die Sommerpause, mindestens einmal im Monat aktualisiert (besonders die Rubriken „Vereinssitzungs-Rückblick und „Mitteilungen“). Der Sitzungsplan für das laufende Jahr wurde wieder für das Aufgaben- und Terminverwaltung- Programm „Lightning“ im iCalendar Format (*.ics) und als HTML-Datei aufbereitet und als Download auf unserer Internetseite unseren Vereinsmitgliedern und der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Diesen Teil unserer Arbeit möchte ich diesmal etwas umfangreicher darstellen, da es ein Problem gab und die Zahl der Zugriffe 2018 unverhältnismäßig hoch war. Im September fiel, möglicherweise auf Grund einer technischen Panne beim Provider, aber von der Ursache her leider nicht nachvollziehbar, für etwa eine Woche unsere Vereinsseite komplett aus. Die vollständige Verzeichnisstruktur des Vereins war plötzlich auf dem Server des Providers verschwunden. Auf Nachfrage beim Provider konnte Herr Dr. Eichler mit Hilfe eines verhältnismäßig aktuellen Backups des Providers und dem Vergleich mit unserem lokal vorgehaltenen Backup, unsere Seite innerhalb von zwei Tagen vollständig restaurieren. Laut Zählung konnten wir im Vereinsjahr 10.700 Zugriffe verzeichnen und haben damit seit dem Beginn der Zählungserfassung 2008 23.200 Besucher. Diese Zahl enthält auch die automatisierten Zugriffe über Scanprogramme von Internet-Suchmaschinen (Robots). Diese Zugriffszahl ist das Siebenfache des Zugriffswertes vom Vorjahr. Diese Zahl ist auch deswegen fraglich, weil bereits 19.241 Zugriffe beim Provider bis zum Ausfall der Vereinsseite registriert und im Backup festgehalten wurden, weshalb man nur von dieser Anzahl bei der Wiederaufnahme der Internetpräsentation ausgehen mußte.

Abschließend möchte ich, wieder darauf verweisen, dass Mitglieder unseres Historischen Vereins, wie Herr Wolfgang Buwert, Herr Dr. Klaus Eichler (+), Herr Bernhard Klemm, Herrn Lothar Meyer, Herr Dr. Martin Schieck, Herr Ralf-Rüdiger Targiel, Herr Horst Voigt, Herr Joachim Schneider und Herr Roland Semik sich auch an stadtgeschichtlichen Aktionen außerhalb unseres Vereins in Frankfurt (Oder) und Słubice beteiligten. An die Tätigkeit der Mitglieder wird unter anderem die neue Gedenkstätte für die Kriegsgefangenen des Ersten Weltkrieges (Eröffnung:17. Nov. 2018) und die neue, am 10. Dezember vorigen Jahres eingeweihte „Urnengemeinschaftsanlage Hermann Weingärtner“ auf dem Hauptfriedhof erinnern.

Nach einer Ergänzung von Vereinsmitglied Herr Joachim Schneider wurde eine Ergänzung zum letzten Punkt des abschließenden Absatzes des Rechenschaftsberichtes sowie weitere Information zu Aktivitäten von Vereinsmitgliedern in den Bericht aufgenommen.

Nach mehrmaligen Bemühungen einzelner Vereinsmitglieder zu verschiedenen Anlässen wurde nunmehr mit dem Stadtsportbund die Stadtverwaltung für die Wiederherrichtung der Familiengrabstätte Weingärtner gewonnen und am 10. Dez. 2018 eingeweiht. Die Maßnahme schloss die Anbringung von zwei zum Teil aus Spenden finanzierten Tafeln, unter anderem von Vereinsmitgliedern, zur Information über die Familiengeschichte ein.
Am 13. April 2018 wurde im Lebuser Mühlental ein Findling zur Erinnerung an das Volkssturmbataillon 7/108 Franken enthüllt. Die Aufstellung erfolgte auf Initiative fränkischer Bürger in Abstimmung mit Vereinsmitgliedern. Die Inschrift am Stein folgt dem im Heft 1/2007 der Mitteilungen veröffentlichten Beitrag über die Kämpfe um Lebus.

Der als 3. Auflage im Jahre 2018 vom Städteverlag Wagner und Mitterhuber herausgebende Stadtplan von Frankfurt (Oder) nennt erstmals für das Gewässer an der Perleberger Straße den Namen „Egelpfuhl“. Der Name wurde vom Kataster- und Vermessungsamt der Stadt Frankfurt (Oder) nach Kenntnisnahme des Beitrages über die Geschichte des Gewässers (Heft 1/2016 Mitteilungen) in die Katasterblätter aufgenommen.

Nach einer längeren Prüfung genehmigte die Untere Denkmalbehörde der Stadt am 18. Juni 2018 den Antrag auf Wiederherstellung der Inschriften am Eisenbahnerdenkmal. Die Denkmalpflege forderte gleich der südlichen Seite, deren Text von den Eisenbahnern zweifelsfrei festgestellt werden konnte, auch für die nördliche Seite einen ebensolchen authentischer Beleg. Da dieser nicht ermittelt werden konnte, erstellte Herr Schneider in Verbindung mit anderen Vereinsmitgliedern durch Kombination erkennbarer Textteile und einer digitalen Bildanalyse den sehr wahrscheinlichen, dann zur erneuten Ausführung genehmigten Text.

Damit möchte ich den Tätigkeitsbericht schließen. Im Namen des Vorstandes wünsche ich Ihnen im 30. Vereinsjahr viele interessante Vorträge und uns miteinander einen regen Austausch.

OA Ralf-Rüdiger Targiel
Vorsitzender des Historischen
Vereins zu Frankfurt (Oder) e. V.